Rufbuslinie 63: Von Eschershausen nach Hannover in einer Stunde

Foto: v.l. Jörg Mönkemeyer (Rufbusbetreiber), Sven Probst (Planungsleiter RVHI), Jürgen Flory (Landkreis Hildesheim, Regionalplanung), Angela Schürzeberg (Landrätin Landkreis Holzminden), Christian Weitmann (Landkreis Holzminden, Nahverkehrsplanung)

Seit August ist sie Realität, jetzt gab es auch noch einmal einen offiziellen Termin für die Eröffnung: Die Buslinie 63 verbindet Eschershausen mithilfe eines Rufbusses über Grünenplan und Delligsen mit dem Alfelder Bahnhof, von dort kann es in der Regel ohne langes Warten weiter auf der Schiene nach Hannover gehen. Die Direktverbindung bietet damit eine bequeme Anbindung an Hannover innerhalb einer Stunde. Möglich wurde die optimierte Umsetzung der Strecke durch eine Kooperation zwischen dem Landkreis Holzminden und dem Landkreis Hildesheim.

Bereits im April des Jahres 2016 hatte der Holzmindener Kreistag einen neuen Nahverkehrsplan beschlossen, in dem als wesentliche Zielsetzung auch die Optimierung und Harmonisierung der Buslinien mit einbezogen wurde. Die Anbindung Eschershausens an den Alfelder Bahnhof folgt diesem Ziel und ermöglicht so, dass Menschen aus dem Kreis Holzminden mithilfe des Öffentlichen Nahverkehrs schneller an die Schienenfernstrecke zwischen Göttingen und Hannover bzw. umgekehrt auch Delligser und Grünenplaner Bürger einfacher in die Kreisstadt Holzminden gelangen können. Neben der höheren Taktung der Busse ist auch die präzise Abstimmung Regionalverkehrs Hildesheim (RVHI) und der im Landkreis Holzminden normalerweise agierenden Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) neu. Zudem ist für Fahrgäste, die früh morgens aus Richtung Eschershausen nach Hannover wollen, auch noch ein besonderer Service eingerichtet: die Schnellverbindung. Der Rufbus fährt mit lediglich einem Stopp in Grünenplan direkt zum Alfelder Bahnhof durch – dort kommt er abgestimmt auf IC oder Metronom um 6.20 oder um 7.20 Uhr an.

Einzige, wenn auch kleine Hürde jedoch bleibt: Wer aus der Raabestadt kommend den großen grünen Linienbus erwischen will oder von Grünenplan aus weiter nach Eschershausen will, muss spätestens eine Stunde vorher einmal den Telefonhörer in die Hand genommen und einen Rufbus geordert haben. Das Umsteigen könnte, das haben Erfahrungen mit ähnliche Verbindungssystemen gelehrt, unter Umständen Berührungsängste bei den Nutzern hervorrufen. Doch beim Lokaltermin mit der Holzmindener Landrätin Angela Schürzeberg und Christian Weitmann aus dem Bereich Nahverkehr des Landkreises, Rufbusbetreiber Jörg Mönkemeyer sowie Jürgen Flory von der Kreisentwicklung des Landkreises Hildesheim konnte Sven Probst solche Befürchtungen entkräften. „Normalerweise brauchen solche Konzepte ja immer ein paar Jahre Zeit, um sich zu entwickeln“, meinte der Vertreter des Regionalverkehrs Hildesheim (RVHI), „aber hier sind wir positiv überrascht, wie gut der Rufbus schon jetzt angenommen wird.“

Die Linie 63 von Alfeld direkt nach Eschershausen durchfahren zu lassen, sei laut Probst keine wirkliche Alternative gewesen. „Die Kosten wären explodiert, wenn wir einen großen Bus über den Roten Fuchs schicken“, sagt der RVHI-Planungsleiter. Teilweise seien sowieso schon zwei große Busse für den Schülerverkehr zwischen Alfeld und dem Flecken Delligsen unterwegs. Diese allerdings würden in Richtung Eschershausen nicht benötigt, zumal die Fahrtzeit dann beträchtlich gewesen wäre. Das ausgebaute Angebot der Linie 63, dass von Alfeld über Föhrste, Wispenstein, Imsen, Kaierde, Delligsen und Grünenplan mithilfe des Rufbusses nach Eschershausen weiter verbinde sei eine bedarfsgerechte Lösung, ist sich Probst sicher. Und auch der an der Haltestelle Herbrink am Ortsausgang Grünenplan übernehmende Taxiunternehmer Jörg Mönkemeyer ist mit der Resonanz zufrieden. Seine Rufbusse setzt er flexibel und unkompliziert ein. „Je nach Bedarf stellen wir ein Auto oder einen Kleinbus bereit“, sagt Mönkemeyer. Auch ein Rollstuhltransport oder die Mitnahme eines Fahrrades sei bei vorheriger Ankündigung in der Regel kein Problem. Erst neulich habe eine Wandergruppe aus Delligsen den Bus benutzt, so Mönkemeyer.

Für Landrätin Angela Schürzeberg ist es besonders wichtig, dass die Nutzer der Linie keine Scheu haben, den Rufbus bedarfsgerecht anzufragen und zu nutzen. Sie zeigt sich mit der neuen Streckenoptimierung hochzufrieden. „Ich freue mich, dass diese Verbindung endlich so geschaffen wurde“, sagte Schürzeberg. Für den Landkreis Holzminden sei es wichtig, dass nicht nur die Fernverkehrs-, sondern auch die Nahverkehrsverbindungen speziell in Richtung Alfeld und darüber hinaus gut funktionierten. „Denn es gibt sehr wohl Beziehungen in den Landkreis Hildesheim“, betonte die Landrätin. Ein Einschätzung, die auch Jürgen Flory teilt. „Auch wir waren an dieser Verbindung interessiert, zumal sie sicher auch den Alfelder Bahnhof stärkt“, unterstrich er.

Der komplette Fahrplan der Linie 63 ist unter http://www.rvhi-hildesheim.de im Internet zu finden. Fahrtwünsche für den Rufbus können schon einige Tage vor der Fahrt angemeldet werden, spätestens jedoch 60 Minuten vor der Abfahrt unter der Telefonnummer 0 51 21 – 76 420. Die Karten werden jeweils für die gesamte Verbindung gelöst, ohne dass ein weiterer Kartenkauf beim Fahrzeugwechsel nötig ist.

Text/Foto: Landkreis Holzminden, Fotograf Peter Drews

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