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Nach 13 Jahren Sperrung: Jetzt gibt es endlich eine neue Aussichtsplattform für die Homburg

Sie ist von weithin sichtbar und das Wahrzeichen der Städte Stadtoldendorf und Eschershausen. Die Rede ist von der Burgruine Homburg, die auf einem über 400 Meter hohen Gipskegel oberhalb beider Städte einst die Herrschaftsburg der Edelherren von Homburg war. Auf ihr wurden Stadtoldendorf sogar im Jahr 1255 die Stadtrechte verliehen. Seit 2009 sind Burgruine und Bergfried jedoch aufgrund von Baufälligkeit gesperrt, die in weiten Teilen aus Holz bestehende Aussichtsplattform im Bergfried unpassierbar. Spätestens seitdem stehen die Stadt Stadtoldendorf und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) als Eigentümerin der Ruine im stetigen Austausch. Ein 2012 gegründeter Förderverein sorgte zudem für viele kleine Etappenziele und eine breite Öffentlichkeitsarbeit.

Viel passiert ist in den vergangenen Jahren allerdings hauptsächlich im Verborgenen. So fanden Vermessungen der Burganlage statt, Gutachten wurden erstellt und tiefergehende Untersuchungen der noch erhaltenen Reste der Burgruine wurden durchgeführt. Schon vor einigen Jahren stellte ein Entwicklungskonzept die enge Verzahnung der Homburg mit der hiesigen Region und die besondere touristische und heimatkundliche Bedeutung fest.

Im Jahr 2022, gut 13 Jahre nach der Sperrung der Burganlage für Besucher, soll nun endlich als sichtbares Zeichen die lang ersehnte Aussichtsplattform innerhalb des Bergfriedes neu gebaut werden. Sie ist als Stahlskelett innerhalb des Turmes geplant und soll bis zu 30 Personen gleichzeitig Platz und wieder eine weite Rundumsicht bieten. Die noch vorhandene und stark baufällige Holzkonstruktion wird zurückgebaut, auch müssen vorher Teile des inneren Bergfriedes fachmännisch saniert werden. Vor Herausforderungen stellt die Eigentümer lediglich noch die Logistik, um in dem unwegsamen Gelände – rund 500 Meter Länge und 60 Höhenmeter teils steil ansteigender Fußweg führen vom Waldpädagogikzentrum hinauf zur Burg – Baumaterial und Maschinen zur Burg zu befördern. Wahrscheinlich ist deswegen sogar der Einsatz von Hubschraubern notwendig, wie man es bereits 1961 bei der letzten großen Sanierungsmaßnahme auf der Burganlage tat.

Neben der Baumaßnahme an der Aussichtsplattform sollen aber insbesondere auch die vorhandenen Reste der Burg gesichert und saniert werden, um sie vor allem vor den Witterungseinflüssen besser zu schützen. Ein großer Trennriss am Bergfried, der anhand von diversen Untersuchungen vermutlich durch einen Blitzschlag entstanden sein soll, soll geschlossen werden. Untersuchungen der vorhandenen Bausubstanz hatten zudem gezeigt, dass es in einigen Teilen aufgrund von eintretender Feuchtigkeit zu Aushöhlungen und Auswaschungen des Fugenmaterials gekommen ist, die nun wieder verfüllt oder neu aufgemauert werden müssen. Fast drei Meter dick ist die untere Außenwand des heutigen Bergfriedes, der dort in weiten Teilen noch historischen Ursprungs sein dürfte. Alle Arbeiten sollen unter Einbeziehung von Denkmalschutz, Archäologie und Naturschutz stattfinden.

Stiftungsdirektor Tobias Henkel informierte gemeinsam mit den beratenden Ingenieuren von HAZ aus Kassel und dem Staatlichen Hochbauamt Braunschweig über die nun geplanten Vorhaben im nächsten Jahr, die voraussichtlich ab Mitte Juli beginnen sollen. Im engen Austausch mit zahlreichen Behörden, dem Förderverein sowie kommunalen Vertretern wurden die anstehenden Arbeiten diskutiert, sodass nun demnächst die bau- und denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen eingeholt werden können. Wenn alles klappt könnte es ab dem 15. Juli 2022 dann tatsächlich losgehen auf der Burgruine Homburg.

Fotos: Hauke Harms