Museum im Backhaus ⎸Hellental (MiB)

Im Dorfzentrum des um 1753 entstandenen Glasmacherortes und späteren Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes Hellental liegt malerisch oberhalb des alten Mühlenteiches das Gemeinde-Backhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Dorfbackhaus ist ein bedeutendes regionalhistorisches Kleinod und zugleich eine kulturelle Sehenswürdigkeit in der Solling-Vogler-Region. Es beheimatet als baukulturelles Erbe seit September 2008 das Museum im Backhaus|Hellental (MiB).

Das Museum im „Alten Tal der Glasmacher“ betätigt sich in der Glaslandschaft der Solling-Vogler-Region als kultureller Gedächtnisspeicher an der Erforschung, Dokumentation, Bewahrung und Vermittlung der regionalen Glas- und Backhausgeschichte. Als Schwerpunkt präsentiert das Regionalmuseum zwei kompakte Dauerausstellungen:

Zeiträume: GLAS & GLÄSER

Der Themenraum „Zeiträume: Glas & Gläser“ führt die Besucher*innen in einer Zeitreise zwischen Orient und Okzident durch die historischen Epochen des Kulturgutes Glas und durch die spannende Kulturgeschichte des Glasmacherhandwerkes.

Das Umfeld des Hellentals weist als markanter Ort der Jahrhunderte währenden Glasgeschichte des Sollings Zeugnisse hoch- bis spätmittelalterlicher und neuzeitlicher Waldglashütten auf – einst geprägt durch die Wanderarbeit von Waldgläsnern. Im Museum wie auch in der Kulturlandschaft des Hellentals bezeugen archäologische Spuren verschiedener Standorte von Waldglashütten das glashistorische Erbe des Sollingtals. Das Betreiben von Glashütten im „Alten Tal der Glasmacher“ war seit jeher eng mit den vielfältigen Ressourcen des Sollingwaldes verbunden, wie auch mit der Geschichte des Glasmachens im Weserbergland.

Vor dem Hintergrund einer originalgetreuen Nachfertigung des Wanfrieder „Tellers mit dem Falkenmotiv“ von 1605 unterstreicht der besondere Bodenfund polychrom bemalter Werrakeramik auf einer frühneuzeitlichen Glashütte weitläufige Handelsbeziehungen und den Wohlstand eines Hüttenmeisters im Hellental.

Backträume: KORN & BROT

Im 18. Jahrhundert erlangte das Brot als Hauptbestandteil der sich wandelnden Nahrungsgewohnheit eine zentrale Bedeutung in der Ernährung. Das lebendige altagskulturelle Zeugnis eines zentralen Dorfbackhauses mit Steinbackofen im ehemals braunschweigischen Weserdistrikt ist das Hellentaler Gemeinde-Backhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert und dessen dörfliche Nutzungshistorie. Sie gründet sich auf die herzogliche Verordnung von 1744 durch Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel im Rahmen des „Fürstlichen Landesausbaus“ im 18. Jahrhundert, die eine verpflichtende Einrichtung von Gemeinde-Backhäusern im Weserdistrikt vorsah.

Wenn der Museumsbackofen aufgeheizt wird, steht für kleine und große Besucher*innen der Themenraum „Backräume: Korn & Brot“ im Vordergrund. An ausgewählten Tagen werden in dem alten Steinbackofen knusprige Brote aus dem Mehl regionaler Getreidesorten gebacken.

Barrierefreiheit
Aufgrund seiner historischen Bausubstanz ist das MiB für mobilitätseingeschränkte Besucher*innen nicht barrierefrei.
Sitzgelegenheiten sind vorhanden.

Trägerschaft
Das Museum im Backhaus|Hellental befindet sich in öffentlicher Trägerschaft und wird vom Heimat- und Geschichtsverein für Heinade-Hellental-Merxhausen e. V. betrieben.

Eintrittspreise und Führungen
Der Eintritt ist frei. Kostenlose Einzel- und Gruppenführungen. Ganzjährig sind Einzel- oder Gruppenführungen möglich – auf Anfrage bei der Museumsleitung oder bei der Tourist-Info im Lönskrug

Verkehrsanbindung
PKW-Anfahrt über Merxhausen, Abfahrt nach Hellental / Ortsmitte mit Dorfteich

Parkmöglichkeiten
Parkplatz beim Landidyll Hotel Lönskrug, etwa 5 Minuten Fußweg.

MiB Museumsleitung
Dr. Klaus A.E. Weber
37627 Heinade-Hellental

Anschrift

Am Teiche 2
37627 Heinade-Hellental

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Öffnungszeiten

April - Oktober: sonntags 14.00 - 17.00 Uhr

Vor- & Nachsaison: Außerhalb der Öffnungszeiten sowie in der Vor- und Nachsaison sind auf Anfrage und nach Vereinbarung ganzjährig möglich:

Übersichtsführungen │ Einzel- und Gruppenführungen │ Buchbare Führungen