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Notfallinformationspunkte in den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde sollen im Krisenfall Orientierung geben

Was passiert, wenn in einem Ort oder sogar in der ganzen Samtgemeinde plötzlich der Strom für längere Zeit ausfällt? Um auf ein solches Szenario vorbereitet zu sein, haben der Landkreis Holzminden und seine Mitgliedsgemeinden – darunter auch die Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf – gemeinsam ein Konzept für mögliche Krisensituationen erarbeitet. Ein wichtiger Bestandteil dieses Konzepts ist der Aufbau eines landkreisweiten Netzes von sogenannten Notfallinformations-punkten (kurz: NIP).

Die Idee zu diesen Anlaufstellen wurde ursprünglich in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) des Landkreises und der Kommunen entwickelt. Vergleichbare Einrichtungen gibt es auch in anderen Landkreisen – dort werden sie teilweise als Notfallanlaufpunkte (NAP) oder auch als „Leuchttürme“ bezeichnet. Diese Notfall-informationspunkte sollen den Bürgerinnen und Bürgern bei einem länger andauernden Ernstfall Orientierung und Informationen bieten. Insbesondere dann, wenn durch einen längeren Strom-ausfall digitale Kommunikationswege wie Smartphone, Internet oder Radio nicht mehr funktionieren.

Anlaufstellen für Informationen im Krisenfall

Die Notfallinformationspunkte werden ausschließlich in besonderen Ausnahmesituationen und Schadenslagen eingerichtet. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass sie bei länger andauernden Stromausfällen besetzt werden, damit die Bevölkerung aktuelle Informationen erhält und Notfälle melden kann. An diesen Punkten erhalten Bürgerinnen und Bürger dann Informationen zur Lage. Außerdem besteht die Möglichkeit, Notrufe aufzunehmen und an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Im Ereignisfall sollen die Notfallinformationspunkte im Schichtbetrieb rund um die Uhr besetzt werden. Die Samtgemeinde hat dafür bereits eine grundlegende Ausstattung beschafft; weitere Maßnahmen befinden sich derzeit in Planung.

Allerdings konnten bislang nicht in jedem Ort ausreichend Helferinnen und Helfer gefunden werden, um einen Notfallinformationspunkt zu besetzen. Eine Übersicht über die vorgesehenen Standorte sowie über aktuell besetzbare Punkte ist dieser Seite zu entnehmen.
Sollte ein Notfallinformationspunkt im Ereignisfall einmal nicht besetzt werden können, wird in diesem Fall durch Aushänge auf den nächstgelegenen besetzten Notfallinformationspunkt verwiesen.

NIP sind Informations- und Meldestellen

Wichtig ist dabei: Die Notfallinformationspunkte dienen in erster Linie als Informations- und Kommunikationsstellen. Sie sind nicht als Aufenthaltsorte gedacht und bieten beispielsweise keine Möglichkeiten zum Aufwärmen, keine Essensausgabe und keine Stromversorgung. Auch eine telefonische Erreichbarkeit ist grundsätzlich nicht vorge-sehen – die Punkte können nur persönlich aufgesucht werden. Da jedoch im Vorfeld nicht vorhergesagt werden kann, welche konkrete Lage im Krisenfall eintreten wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass an einzelnen Standorten bei Bedarf auch Hilfsgüter wie Trinkwasser, Lebensmittel oder beispielsweise Jodtabletten ausgegeben werden. Dies hängt jedoch immer von der jeweiligen Situation ab.

Bürgerinnen und Bürger können sich engagieren

Die Organisation und Koordination der Notfallinformationspunkte erfolgt über die Samtgemeinde und das Ordnungsamt. Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich bei einem örtlichen Notfallinformationspunkt zu engagieren, kann sich an das Ordnungsamt der Samtgemeinde wenden oder in den einzelnen Gemeinden an die jeweiligen Bürgermeister. In Eschershausen und Stadtoldendorf ist auch eine Kontaktaufnahme über die Stadtverwaltung im Rathaus möglich.

Eigenvorsorge bleibt wichtig

Die Kommunen weisen außerdem darauf hin, dass auch im Krisenfall nicht jede Hilfe sofort verfügbar sein kann. Bei größeren Schadenslagen – etwa bei einem länger andauernden Stromausfall – können weder der Stab der Samtgemeinde noch die Notfallinformationspunkte jedem Einzelnen sofort in allen Situationen helfen. Daher ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger auch selbst Vorsorge treffen, beispielsweise durch Lebensmittel- und Wasservorräte oder Notfallausrüstung. Hinweise dazu gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in seinem bekannten „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“.

Samtgemeinde baut Katastrophenschutz weiter aus

Die Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf hat mit diesen sowie weiteren Maßnahmen ihre Vorbereitungen auf mögliche Krisen- und Katastrophenlagen in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Ziel ist es, bei größeren Schadensereignissen wie langanhaltenden Stromausfällen oder extremen Wetterlagen schnell und koordiniert handeln zu können. Kern der neuen Struktur ist ein eingerichteter Verwaltungsstab, der im Ernstfall Informationen bündelt, Maßnahmen abstimmt und Einsätze koordiniert. Für Bürgerinnen und Bürger ist der Stab nicht direkt erreichbar, sie sollen sich stattdessen die Notfallinformationspunkte oder – sofern eingerichtet – ein Bürgertelefon nutzen. Entsprechende Informationen werden im Ereignisfall bekanntgegeben.

Um die Abläufe zu erproben, hat der Verwaltungsstab bereits eine erste Übung mit einem komplexen Szenario durchgeführt. Begleitet wurde diese von einer Fachfirma. Weitere Übungen sind geplant, um die Zusammenarbeit zu verbessern und auf unterschiedliche Schadenslagen vorbereitet zu sein. Für den Aufbau der Strukturen hat die Samtgemeinde bereits einen fünfstelligen Betrag investiert, unter anderem für die Grundausstattung des Stabes und der Notfall-informationspunkte. Künftig sind weitere Anschaffungen geplant, darunter größere Notstromerzeuger für Notfallinformationspunkte und Feuerwehren. Auch wenn sich niemand wünsche, dass die Strukturen jemals benötigt werden, sieht die Samtgemeinde die Maßnahmen als wichtigen Schritt, um Verwaltung, Einsatzkräfte und Bevölkerung auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig zu halten.

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